DGB Nord ruft zur Beteiligung an der Landtagswahl
am 17. September auf
Der Landtag muss nazifrei bleiben
Der DGB Nord hat die
mehr als 100 000 Gewerkschaftsmitglieder in Mecklenburg-Vorpommern aufgerufen,
sich an den Landtagswahlen am 17. September zu beteiligen. Je höher die
Wahlbeteiligung, desto größer sei die Chance, dass die NPD nicht in den
Landtag komme.
Obwohl die Gewerkschaften als überparteiliche Organisation aus Tradition
keine Wahlempfehlungen aussprächen, forderte der DGB Nord-Vorsitzende
Peter Deutschland dazu auf, keine Partei zu wählen, die antidemokratisch,
rassistisch und fremdenfeindlich sei.
Als entlarvend bezeichnete Deutschland die Forderung der NPD in Mecklenburg-Vorpommern,
die Schüler im Land nicht mehr über die Nazi-Diktatur zu informieren und
mit ihnen stattdessen lieber den Dreisatz zu üben. Junge Menschen sollten
nicht erfahren, »in welcher Tradition die NPD steht. Nämlich in der Tradition
einer Partei, die Millionen Menschen umgebracht hat«, kritisierte der
DGB-Chef.
Aktuelle Erfahrungen bestätigen diese »Tradition«. Allein im Juni 2006
registrierte das Bundesinnenministerium bundesweit 1 235 rechtsextreme
Straftaten, darunter 67 Gewalttaten. Das bedeutet: Im Bundesdurchschnitt
werden jede Stunde nahezu zwei Straftaten mit rechtsextremistischen Motiven
von den Behörden registriert. Die tatsächlichen Zahlen liegen deutlich
darüber.
In Mecklenburg-Vorpommern hat die NPD verurteilte Straftäter aus dem gewaltbereitem
Spektrum der neofaschistischen Szene auf ihre Landesliste gesetzt. Die
Partei bekennt sich damit auf ihre Art zur »Traditionspflege«.
(Artikel aus »metall«, Ausgabe Küste, September 2006)
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